Wasser – unendlich kostbar

Wie lange noch wird diese Abbildung selbstverständlich sein?

Steigende Bevölkerungszahlen, ausufernde Klimaveränderungen, Raubbau an der Natur und Verschwendung der irdischen Ressourcen: Der Gesellschaft von heute scheint unwiederbringlich auf Abwegen.

Eine wenig beachtete Ressource mit potentiell heftiger gesellschaftlicher Sprengkraft ist das Süßwasser. Besonders auf unseren Breitengraden wird damit nicht gekleckert, sondern geklotzt. Als gäbe es kein Morgen wird Süßwasser oftmals ohne Überlegung verbraucht. Schon im Kleinen lässt sich bei den täglichen Gewohnheiten feststellen, dass bei der Nutzung von Wasser wenig überlegt wird. Da läuft das Wasser nicht selten viel zu lang unter der Dusche, da werden die Zähne bei laufendem Wasserhahn geputzt oder minutenlang auf warmes Wasser gewartet. Das durch den Abfluss weggeflossene Wasser ist endgültig verloren. Es wandert über die Kläranlagen in die Flüsse und mit diesen ins Meer, wo es sich mit Salzwasser vermischt und für den menschlichen Organismus nicht mehr genießbar ist.

Zugegeben, die öffentliche Verwaltung als Anbieter dieser Ressource belegt in der Zwischenzeit die Rechnung für den Wasserkonsum mit einem Aufschlag für die sogenannten Schwarzwasser (Abgabe für die Entsorge benutzen Wassers), allerdings ist der Wasserpreis in den industrialisierten Ländern durchwegs zu niedrig, da die mutmaßliche Endlichkeit dieses Rohstoffes nicht oder zu wenig bedacht wird.

Wenn aber die Zahl der Erdbewohner weiter im selben Maße ansteigt, wie die heutige Entwicklung aufzeigt, werden eher früher als später ganze Volksgruppen Durst leiden. Dann werden deren Pflanzen und Tiere eingehen und schließlich auch deren Menschen. Aber davor werden diese Leute die letzten Wasserreserven dort zu nutzen, wo es solche noch gibt. Eine Migration biblischen Ausmaßes wird einsetzen, um die irdischen Pfründe noch dort nutzen zu können, wo es sie noch gibt.