Wie werden weltweit Rohstoffe und Arbeit vergütet?

 

In der Kaffeeproduktion herrscht weiterhin eine unerhörte Ungerechtigkeit. 

Die ungleiche Verteilung von Leistung und Bezahlung wird zum immer größeren Problem der heutigen Gesellschaft. Die Folgen dieser Ungerechtigkeit sind besonders in Europa zu erkennen. Was Wunder, wenn immer mehr afrikanische Migranten ihr Glück in unserem Kontinent suchen. Die Rohstoffe und die Arbeit in Afrika und in Asien werden einfach nicht genügend honoriert.

Unerträglich scheint vielen Bürgern des Alten Kontinentes etwa der Preis von Rohstoffen wie Erdöl. Ein Liter dieses endlichen fossilen Brennstoffes kostet – verarbeitet – gerade mal gleich viel oder nur  wenig mehr als ein Liter Milch, das in Melchbatterien großer landwirtschaftlicher Betriebe erzeugt worden und dank der Heerscharen von Kühen keinesfalls endlich ist.

Noch tragischer ist etwa die Gewinnverteilung bei der Produktion von Kaffee. Während Freunde dieses Getränkes schon bei dem Preis von 1,20 Euro stöhnen und sich im Diskounter nach möglichst billiger Rohware umsehen, sollte diesen Leuten bewusst werden, dass den Produzenten unter normalen Umständen gerade mal 15% des Preises für Rohkaffee übrigbleiben. Mit diesem Preis müssen der Rohstoff selbst, alle Bediensteten und Erntehelfer sowie alle Transport und Ernte-Hilfsmittel abgedeckt sein, wobei der Produzent gerade mal 3,98 Euro für ein Kilo Roh-Kaffee erhält, wenn dieser im Verkaufsregal etwa 6,60 Euro pro 250 gr. kostet. Etwa 85% des Umsatzes bleibt in der sogenannten Ersten Welt, weil sie etwa über die Patentrechte und die Maschinen für die Weiterverarbeitung des Kaffee verfügen. Dazu gesellen sich Zölle und Steuern, die ebenfalls in Europa bleiben.

Einzig Organisationen, die sich dem Fair-Trade verschrieben haben, haben Nachsehen mit den Produzenten. Dort kommt die Verteilung des Gewinns immerhin auf 30%:70%, wobei der Löwenanteil immer noch bei den Industrienationen liegt.

Inzwischen haben sich Unternehmen einen Namen geschaffen, die ihre Produkte in der sogenannten Dritten Welt herstellen lassen, dabei aber die Umwelt genauso viel achten wie das Umfeld, wie die Produzenten und deren Arbeiterinnen und Arbeiter. Ein beachtenswertes Beispiel dafür ist hier zu finden.