Hat Grüner Tee eine medizinische Wirkung?

Grüntee gilt als wertvoller Muntermacher, der auch gegen Krankheiten der heutigen Zeit hilft. 

Stimmt, das liegt an seinem wichtigsten Wirkstoff der je nach Sorte bis zu einem Drittel des Rohmaterials ausmacht: Epigallocatechingallat, kurz EGCG. Dieses Molekül wirkt im Körper auf verschiedene Organe gleichzeitig. In der traditionellen asiatischen Medizin gilt Grüner Tee seit jeher als Mittel gegen Abgeschlagenheit, Ermattung und verschiedenste Krankheiten. So soll dieser Wirkstoff bei Alzheimer, Parkinson, Krebs oder gar Multipler Skleriose helfen.

Allerdings gibt es noch keine Medikamente gegen diese Krankheiten auf Basis von Grünem Tee. Bis die Ergebnisse der entsprechenden Grundlagenforschung in sichere Medikamente übersetzt sind, vergehen bestimmt noch Jahre. Bis dahin wird die Wirkung in klinischen Tests mit echten Patienten überprüft. Die größte Herausforderung ist, das EGCG ausreichend hoch zu dosieren und dass es im Körper dorthin gelangt, wo es wirken soll, zum Beispiel im Gehirn.

Wenn auch nicht über Medikamente, so ist die Wirkung von Grünem Tee trotzdem wissenschaftlich erwiesen. Aus der besagten Grundlagenforschung gibt es vielversprechende Ergebnisse. Seit rund zehn Jahren nehmen zahlreiche Forscher das EGCG unter die Lupe. Aus diesen Nachforschungen liegen nun Hunderte seriöser Studien vor. Und die Forschung geht weiter. Doch deren Finanzierung gestaltet sich oft schwierig. Denn die Pharmaindustrie investiert nur, wenn sie Profit erwartet.

Und dennoch hat Grüner Tee schon Menschen gesund gemacht. Immer wieder berichten einzelne Personen, dass sich deren Symptome verbessert hätten. Im Selbstversuch tranken sie über längere Zeiträume große Mengen Grüntee oder nahmen den Wirkstoff EGCG in Kapseln zu sich. Dabei geht es nicht darum, unablässig Grünen Tee zu trinken. Zuviel sollte es dann doch nicht sein. Eineinhalb Liter am Tag gelten als unbedenklich. Aber es sollte entkoffeinierter Grüntee sein, um nachts noch schlafen zu können.

Grünteesorten gibt es am Markt zuhauf. Als bester Grüntee gilt der Matcha-Tee, eine Sorte, die aus der Tencha-Teepflanze gewonnen wird. Dieser Tee stammt ursprünglich aus China, kam dann aber über Zen-Mönche nach Japan, wo er nun hauptsächlich angebaut wird.

Vier Wochen vor der Ernte werden die Teepflanzen mit einem lichtundurchlässigen Netz abgedeckt, um den Reifungsvorgang zu intensivieren. Nach der Ernte wird nur das reine Blattmaterial ohne Stengel und Blattgerüst zur Weiterverarbeitung verwendet, getrocknet und mit speziellen Granitmühlen zu feinem Pulver zermalmt.

Matcha-Tee ist dementsprechend kostbar und teuer. Bei der Zubereitung wird eine wenige Gramm schwere Löffelspitze Tee mit 80° heißem Wasser überschüttet und mit einem Bambusbesen schaumig geschlagen.

Matcha-Tee erhält man im Tee-Fachhandel. Darüberhinaus bietet das High-Tech-Unternehmen Ringana einen besonders reinen Matcha-Tee zu erschwinglichen Preisen an.