Aus dem Leben eines Brathuhns

Also, ein gebratenes Huhn um 3,50 Euro schlägt wohl dem Fass den Boden aus! Welch „glückliches“ Leben wird diese Kreatur wohl hinter sich haben?

Wie viele Monate eingezwängt in viel zu enge Gitterkäfige inmitten des Kotes anderer Leidensgenossen in den darüber gestapelten Käfigen müssen diese gemästeten und mit Antibiotika vollgestopften Hühner verbracht haben, bevor ihnen eine Maschine den Kopf abgeschlagen hat? Nein, bei der Qualität so heikler Lebensmittel wie dem Fleisch von Tieren darf nicht gespart werden. Dort sparen wirkt sich als Zustimmung aus, dass anderen Lebewesen ein schlimmes Leben mit unsagbarem Leid zugefügt wird. Der letzte Schrei: Die Fakultät Landwirtschaft der Universität Turin ist dabei, im Auftrag der Europäischen Behörde für die Lebensmittelsicherheit (EFSA) das Verfüttern von Insekten an Hühner für die Fleischproduktion zu verfüttern. Die Forscher rechnen sich aus, durch den Ersatz der üblichen Soja-Mästung durch eine Paste aus Insektenfleisch typische Krankheiten wie Salmonellen und Campylobacter jejuni auszumerzen, die vornehmlich durch den Genuss von Geflügelfleisch übertragen werden. Seit im Jahr 2001 in Folge des Rinderwahnsinns verbotene Verfütterung von tierischem Eiweiß in der Nahrungsmittelkette lockert die EFSA nun allmählich ihre eigenen Vorschriften auf: Seit heuer dürfen Insekten bereits an Fische verfüttert werden. In ihrer jüngsten Stellungnahme betonte die Behörde allerdings die Notwendigkeit weiterer Studien zur Bewertung der mikrobiologischen und chemischen Risiken im Zusammenhang mit dem Verzehr von Insekten.